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    Ewig leben, Abschiednehmen: Malagash von Joey Comeau

    MalagashSunday schreibt einen Computervirus, weil ihr Vater an Krebs stirbt: In dem Virus soll er als Geist für immer weiterleben. Malagash, benannt nach dem Ort, an dem die Handlung spielt, ist aber kein Science-Fiction Roman. Vielmehr ist der Virus eine Art coping mechanism für den Teenager, der Abschied von seinem Vater und dadurch auch von der selbtbezogenen Weltsicht der Jugend nehmen muss.

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    Das Gefühl, ruiniert zu sein: 20XX von Philipp Röding

    20XX Philipp RödingIrgendwann zwischen 2001, der Gegenwart und einer nahen Zukunft verlieren und langweilen sich Videospielentwickler, gescheiterte Autoren, Hynotisieure und Schauspieler bei dekadenten Fressgelagen, Schießübungen und Kommunikationsversuchen, während der Fernseher schlechte Nachrichten bringt, die niemanden berühren. In Philipp Rödings zweitem Roman 20XX erscheint nichts dringlich, aber alles existenziell. Ein beunruhigendes Nebeneinander von Wohlstand und Langeweile, Tod und Armut bringt eine Welt am Rande des Ruins zum Vorschein.

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    Vater, Mutter, Kim von Eivind Hofstad Evjemo

    Vater, Mutter, Kim von Eivind Hofstad EvjemoDer Roman Vater, Mutter, Kim des Norwegers Eivind Hofstad Evjemo beginnt damit, dass am 29. Juli 2011 eine Familie in ihr Wohngebiet zurückkehrt. Doch ein Sitz bleibt leer, die Tochter “war von etwas mitgerissen worden, was sich außerhalb dieser Idylle befand” (14). Dieses Etwas geschah am 22. Juli 2011, als der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik 77 Menschen in den Tod riss, viele davon Jugendliche, die an einem Zeltlager der Jugendorganisation AUF teilnahmen. Evjemos ruhig erzählter Roman über unaussprechlichen Verlust streift dieses grässliche Etwas nur, konzentriert sich stattdessen auf das, was in der Idylle zurückbleibt.

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    Ungeheuer immersiv: Mein loser Faden von Dennis Cooper

    vIch erinnere mich gut an das erste Mal, als ich My loose Threat von Dennis Cooper las: Eigentlich wollte ich zu jener Zeit in der Bibliothek an meiner Dissertation arbeiten und nur mal kurz in dem Roman blättern. Doch sein unheimlicher Zauber wirkt schon auf den ersten Seiten, an weglegen nicht zu denken. Der Wiener Luftschacht Verlag hat den ursprünglich 2002 erschienen Text nun erstmalig in deutscher Übersetzung unter dem Titel Mein loser Faden verlegt. Von seiner Sogwirkung hat er nichts verloren.

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    Verstehen, was man nicht verstehen kann: God, Jr. von Dennis Cooper [Kritik]

    Dennis Cooper God, Jr.Dennis Cooper gilt als Meister der transgressiven Literatur. Stilsicher wandelt er seit den 1980er Jahren auf den Spuren von Lichtgestalten wie de Sade oder Burroughs. Den großen Ruhm erlangte er nie. Dafür überschritten seine Texte wohl zu viele Grenzen. Sprachlich oft klar und knapp, inhaltlich komplex und mit Gewalt und Sex in die Magengrube der Leser boxend, versperrte sich sein Werk einer großen Leserschaft. Mit God, Jr. ist nun eines seiner zugänglichsten Werke erstmalig in deutscher Übersetzung beim Luftschacht Verlag erschienen.