• Allgemein,  Kritik,  Literatur

    Neun Lebewohl: Abschiedsfarben von Bernhard Schlink

    Abschiedsfarben Bernhard Schlink RezensionNach vielen Jahren ein Wiedersehen mit Bernhard Schlink: Obwohl mir Der Vorleser als Schüler vor inzwischen schrecklich langer Zeit unheimlich gefiel, verlor ich ihn aus den Augen. Jetzt ein neuer Erzählband, Abschiedsfarben, der die Frage aufkommen lässt: Warum eigentlich? Routiniert erzählt, fasziniert der Band mit dem nuancierten Facettenreichtum, dem er sich dem Abschiednehmen nähert.

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    Die Wahrheit in der Lüge: I Know You Know Who I Am von Peter Kispert

    I Know You Know Who I Am von Peter KispertI Know You Know Who I Am: Also ich weiß du weißt wer ich bin ist der Titel von Peter Kisperts – so viel sei vorweg genommen – hervorragendem literarischen Debüt. Dem Erzählband gelingt das Kunststück, in verblüffend unterhaltsamen, zu gleichen Teilen witzigen wie tragischen Geschichten, nach der conditio humana zu fragen. Er entdeckt seine Erzähler in den Lügen, die sie über sich selbst erzählen.

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    “Gibt es fröhliche Clowns, und wie wäre das?”: Weiter atmen von Zsófia Bán

    Weiter atmen von Zsófia Bán RezensionMan soll ein Buch ja nicht nach seinem Umschlag bewerten. Versuchen wir es trotzdem: Den Erzählband Weiter atmen von Zsófia Bán ziert Attila Szücs Gemälde Mann badet einen Löwen. Es wirkt etwas unscharf, putzig und dunkel zugleich. Verspielt, intim, absurd und unergründlich sind Adjektive, die mir durch den Kopf gegeneinander purzeln – und das ist dann auch eine ziemlich akkurate wenn auch wohl etwas uneindeutige Beschreibung meines Leseerlebnisses.

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    Tag des offenen Weinguts Teil III: “Wein ist flüssiges Sonnenlicht”

    Tag des offenen Weinguts Radebeul Teil III: “Wein ist flüssiges Sonnenlicht”Wenn man etwas zum dritten Mal macht, kann man es eigentlich schon als Tradition bezeichnen. Also: Wie Ende August traditionell üblich, verschlug es meine lieben Eltern und mich in Radebeuls Weinberge. Nachdem Teil zwei, wie bei Fortsetzungen üblich, die größten Highlights des ersten aufnahm, sollten wir dieses Mal in ein paar Neuentdeckungen stolpern.

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    “Angst macht unfrei” – Alexa Hennig von Lange über Relax, das Schreiben und Die Wahnsinnige

    Alexa Hennig von LangeNiemand solle behaupten, in der Schule würde man nichts fürs Leben lernen. Als eine Vertretungslehrerin Relax von Alexa Hennig von Lange in die Deutschstunde brachte, erweiterte der Roman mein Vokabular und weckte meine andauernde Neugier auf zeitgenössische Literatur. Ein gutes Vierteljahrhundert später (oh man!) habe ich die Gelegenheit genutzt, Alexa Hennig von Lange vor der Veröffentlichung ihres neuen Buches Die Wahnsinnige ein paar Fragen zu stellen. Die folgende Unterhaltung führten wir per E-Mail zwischen Mitte Juli und Mitte August.

  • Allgemein,  Kritik,  Literatur

    Entwurzelt: Monster wie wir von Ulrike Almut Sandig

    Monster wie wir von Ulrike Almut SandigOh weh, ostdeutsche Pampa steht da im Klappentext und auf der Buchrückseite von Ulrike Almut Sandigs Romandebüt Monster wie wir. Da kullern einem doch schnell viele Klischees durch die Birne. Aber Monster wie wir ist gar nicht so zwingend ein Roman über Ostdeutschland oder blühende Landschaften, die nie übers Keimstadium hinaus kamen – zumindest nicht vordergründig. Eigentlich geht es um Menschen, die kein Zuhause haben – ein Zuhause, das Geborgenheit bedeutet.

  • Allgemein,  Kritik,  Literatur

    Selbstbestimmt oder verrückt? Die Wahnsinnige von Alexa Hennig von Lange

    Die Wahnsinnige von Alexa Hennig von LangeAlexa Hennig von Langes neuer Roman Die Wahnsinnige beleuchtet das Leben einer Königin ohne Macht: Johanna von Kastiliens impulsiver Drang nach Selbstbestimmung kollidierte mit den Machtstrukturen ihrer Gesellschaft und brachte ihr den Beinamen “die Wahnsinnige” ein. Mehr als an der Schilderung historischer Fakten ist Alexa Hennig von Lange an der zeitgemäßen Frage interessiert, wie viel Selbstbestimmung eigentlich möglich ist.

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    Der Putz bröckelt: Sh*tshow von Richard Russo

    Sh*tshow von Richard RussoWas ist nur los in Amerika? Am Morgen nach den Wahlen laden die Pensionäre David und Ellie zwei lang befreundete Eheleute ein – “das Bedürfnis nach tröstender Gesellschaft” bringt sie dazu (7). Vor allem Ellies “Wahlabendkater” ist schlimm – eine  fundamentale Verunsicherung frisst sich in ihr Leben. Sh*tshow von Richard Russo ist eine kurze Novelle, die leichtfüßig von einem gespaltenen Amerika erzählt.

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    Konzert-Abend beim Palais Sommer 2020

    brthr palais sommer 2020Was wäre der Dresdner Sommer ohne den Palais Sommer? Lauschige Abende voller Entdeckungen in Dresdens schönstem Freiluftsalon gehören zur Jahreszeit wie die Fahrt zum Strand. Schön, dass Corona wenigstens diesem Festival keinen Strich durch die Rechnung gemacht hat – wenngleich in diesem Jahr nur 1.000 Besucher je Veranstaltung zugelassen sind. Am Konzept hat sich wenig geändert – Klavierabende, Konzerte, Filme, Yoga und andere Schöngeistigkeiten stehen noch bis Ende August im Programm.

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    Wrong (A Critical Biography of Dennis Cooper) von Diarmuid Hester

    Wrong A Critical Biography of Dennis Cooper Diarmuid HesterLyriker, Romancier, Dramaturg, Herausgeber, Blogger, Filmemacher: Der heute 67-jährige Dennis Cooper hat ein umfassendes Werk hervorgebracht, das nach wie vor in Entwicklung ist. Ende Juni erschien ein neues “GIF novel” (Zac’s Drug Binge [Vorsicht!]), ein zehnter, womöglich letzter Roman (I Wished) wurde für 2021 angekündigt. Cooper ist ein bewunderter oder verachteter, zweifelsfrei ein nachhaltig die Literatur beeinflussender und in seiner künstlerischen Vision absolut kompromissloser Schriftsteller. Behandelt wurde sein Werk in der Wissenschaft bisher aber nur in Aufsätzen. Jetzt – endlich – verlegt die University of Iowa Press die kritische Biografie Wrong, das Ergebnis einer eine Dekade dauernden Recherche von Diarmuid Hester.