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    Schroffe Schönheiten: Der letzte Leuchtturm von Michael Pedersen

    Rezension zu Der letzte Leuchtturm von Michael PedersenAuf Muckle Fugga steht der nördlichste Leuchtturm Schottlands. Es ist eine schroffe, bis auf den Leuchtturmwärter und seinen Sohn Ouse menschenleere Insel – gleichsam ein Paradies für Vögel, Otter und Robben. In diese Abgeschiedenheit platzt Firth, ein lebensmüder Dandy und Schriftsteller, der ein paar Zeichnungen der Fauna anfertigen will, bevor er sich umbringt. Der letzte Leuchtturm ist das Debüt eines Lyrikers – wortgewandt und plauderhaft entspinnt sich eine abenteuerliche Geschichte über Selbstbestimmung, Familie und die regenerierende Schönheit unbeherrschter Natur.

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    Jahre mit Sam: Pijpelijntjes von Jacob Israel de Haan

    Jacob Israel de Haans Pijpelijntjes (1904, dt. Olaf Knechten)Pijpelijntjes von Jacob Israel de Haan erschien erstmals 1904 in den Niederlanden – und dies nicht ohne Skandal. Denn Jacob Israel de Haan war nicht nur jüdischer Dichter, sondern auch Verfasser homosexueller Romane. Und der Erzähler Joop ist nah am realen Leben des Autors – der Roman kostete de Haan sogar den Job. In Pijpelijntjes erzählt Joop von seinen Jahren mit Sam im Amsterdamer Viertel de Pijp. Es ist eine komplizierte, unübliche Freundschaft, die der Autor im unaufgeregten, naturalistischen Stil jener Zeit erzählt.

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    Künstlerin in der Krise: Strahlen von Verena Stauffer

    Rezension zu Strahlen von Verena Stauffer Eine Künstlerin ist blockiert. Das bedeutet auch: finanzielle Nöte. Gut, wenn man Freunde im internationalen Jet Set hat. Strahlen beginnt betörend in New York, macht Station in Mailand, spannt ein Liebesdreieck, das maximal dysfunktional und asymmetrisch wirkt, nur um nach hundert Seiten nochmal neu zu starten – und den vielversprechenden Roman im Mittelteil zu verstolpern.

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    Wahnsinn mit Methode: Erdfall von Uroš Prah

    Erdfall von Uroš Prah„Mit der Vergangenheit kann man sich nur selbst betrügen / alle Lieben führen in die gegenwärtige / deren Ansammlung sie ist.“ Uroš Prahs Lyrikband Erdfall ist wild, unverblümt queer und unheimlich klug. Manche Texte – luftig auf dem Papier gesetzt, gelegentlich ohne Überschrift – stürmen chaotisch, dreckig, vulgär, nur um plötzlich innezuhalten und Lesenden Momente entwaffnender Einsicht zu schenken.

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    Putzig: Als ich Don Renzo schrieb von Günther Pfeifer

    Rezension: Als ich Don Renzo schrieb von Günther PfeiferDer kleine Günther ist zwar noch nicht einmal in der Schule, aber er weiß schon eine ganze Menge, zum Beispiel, dass es in Italien einfach am besten ist. Auch wenn er selbst dort noch nicht war. Als ich Don Renzo schrieb von Günther Pfeifer nimmt Lesende mit auf eine nostalgische Reise ins eher kleinstädtische Niederösterreich der 1970er, in der ein kleiner Junge nur von einem träumt: Endlich nach Italien zu reisen.

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    Ausnahmezustand? Ganz normal! Die Elefanten von Sasha Filipenko

    Rezension: Die Elefanten von Sasha FilipenkoElefanten müssen erneut als Metapher für die Absurdität heutiger Verhältnisse herhalten: Nachdem Gaea Schoeters in Das Geschenk 20.000 Dickhäuter in Berlin erscheinen ließ, um eine wunderbare Politiksatire zu spinnen, treibt Sasha Filipenko in Die Elefanten ein bitterböses Spiel über die Normalisierung des Ausnahmezustands. In einer unbenannten Hauptstadt – denkbar als Moskau – sind die Tiere wie bei Schoeters plötzlich da, werden aber nicht als Problem erkannt, das von den Herrschenden zu lösen ist, sondern als etwas, mit dem sich die Bevölkerung arrangieren muss – und die dies scheinbar bereitwillig auch tut.

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    Beton in der Brust: Uppercut von Maja Iskra

    Rezension zu Uppercut von Maja IskraZwei komplizierte Liebesgeschichten, erzählt in einem fast telegrafisch reduzierten Stil: In Uppercut von Maja Iskra erinnert sich eine in Wien lebende Frau an ihre Kindheit und Jugend in Belgrad, während sie eine gleichsam drängende wie schwebende Liebelei in der Gegenwart navigiert – eine gelungene Erzählung über die Koordinaten des Lebens in widrigen Umständen.