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    Tag des offenen Weinguts, Episode IV: Wenn Engel reisen

    Flammkuchen RadebeulSpätsommer oder Frühherbst: bangen Blickes schaut man gen Himmel und checkt den Regenradar. Während es vormittags noch ordentlich schüttete, zeigten sich meine Eltern und ich fest entschlossen: Der jährliche Besuch beim Tag des offenen Weinguts fällt nicht ins Wasser. Und Petrus belohnte unseren Frohmut, denn nachmittags blinzelte, zumindest in Radebeuls Weinbergen, die Sonne hinter den grauen Wolken hervor.

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    Tiger Goes Wild!

    Der Tiger geht zeltenWeil Auslandsreisen aktuell ja uncool sind und ohnehin wenig Planungssicherheit besteht, man aber dennoch was erleben will, abschalten, am besten draußen und am Wasser, Sommerurlaub eben, geht man die Sache mal etwas wilder an, mit mehr Ideen und weniger Plänen, weniger buchen und mehr entdecken, die Unterkunft ein Zelt, die Halbpension ein Einweggrill und Gaskocher – Wasserblick nicht garantiert, aber jeden Abend das Ziel. Ein Zeltabenteuer in 5 Kapiteln.

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    Das Große im Kleinen spiegeln: Es muss schreien, es muss brennen von Leslie Jamison

    Es muss schreien, es muss brennenWenn Leslie Jamison auf dem Buchumschlag in eine Linie mit Joan Didion und Susan Sontag gereiht wird, sind das ziemlich große Schuhe, in denen die Amerikanerin aber wunderbar laufen kann. Es muss schreien, es muss brennen liest sich weniger aufregend als der Titel dieses Essaybandes, aber genau das ist seine Stärke. Ein Glanzstück der teilnehmenden Beobachtung, furchtlos darin, für den Leser unentdeckte Ecken der Welt genauso auszuleuchten wie die Schreibende selbst.

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    Das Wahre, Männliche und Schmerzhafte des Alltags: Die Lyrik von Tony Hoagland

    Tony HoaglandWahrscheinlich war ich auf dem Weg vom Belmont Campus zur The Villager Tavern in Nashville, als ich an einem geschlossenen Buchladen anhielt, um durch ein paar Bücher zu stöbern, die in einem Karton zum Mitnehmen rumlagen. Dort fand ich den schmalen Hardcover Einband von Donkey Gospel (1998) des mir bis dahin unbekannten und bis heute unübersetzten amerikanischen Lyrikers Tony Hoagland. Wirklich darin gelesen habe ich erst nach meiner Rückkehr. Die erzählerische, konfessionelle Lyrik, tief im amerikanischen Alltag verwurzelt und oftmals komisch, stößt den Leser immer mal wieder in die banalen Abgründe dessen, was man Menschsein nennen könnte. Als Tony Hoagland am 23. Oktober 2018 verstarb, bekam ich es nicht mit. In Deutschland nahm auch sonst niemand Notiz.

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    Tag des offenen Weinguts Teil III: “Wein ist flüssiges Sonnenlicht”

    Tag des offenen Weinguts Radebeul Teil III: “Wein ist flüssiges Sonnenlicht”Wenn man etwas zum dritten Mal macht, kann man es eigentlich schon als Tradition bezeichnen. Also: Wie Ende August traditionell üblich, verschlug es meine lieben Eltern und mich in Radebeuls Weinberge. Nachdem Teil zwei, wie bei Fortsetzungen üblich, die größten Highlights des ersten aufnahm, sollten wir dieses Mal in ein paar Neuentdeckungen stolpern.

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    Zum Schluss rauscht das Meer: Amsterdam

    AmsterdamDas beste draus machen: Es heißt ja, Timing sei alles. Gemeint ist dabei wohl die Zusammenführung der richtigen Zeit und des richtigen Ortes. Denkbar schlechtes Timing könnte man es also nennen, wenn man Mitte März eine Flugreise nach Amsterdam unternimmt, während das Coronavirus das öffentliche Leben lahmlegt. Und so stellte ich – am Freitag, den 13. auch noch – mit Ernüchterung auf mein Smartphone starrend fest, dass man in Holland alle Museen schließen und Veranstaltungen absagen werde. Samstag ging der Flug.

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    Hallo Dekadenz: Vom Weingut zur Rennbahn

    Tag des offenen Weinguts RadebeulDie schönen Dinge im Leben sollte man wiederholen. Nachdem der Tag des offenen Weinguts im letzten Jahr trotz ungewöhnlich frischer Temperaturen zauberhaft war, konnte es an diesem von der Sonne geküssten 24. August nur zurück in die Radebeuler Weinberge gehen. Wein und Flammkuchen ahoi! Am Sonntag folgte der mondänen Freizeitgestaltung zweiter Teil – es ging zum Pferderennen.

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    Schuhe aus, zurücklehnen, genießen: Palais Sommer 2019

    Bror Gunnar JanssonDresdens schönster Freiluft Salon hat seit vergangenen Freitag endlich wieder offen. Der Palais Sommer ist die schöngeistige Sommerunterhaltung, in die man nach einem verbrutzelten Tag am See gleiten kann. Und in diesem Jahr hat Petrus die Wiese hinter dem Japanischen Palais am Freitag nochmal ordentlich gewässert – so saftig grün war sie letztes Jahr ja nicht – nur um dem Eröffnungskonzert am Freitag einen angenehm lauen Sommerabend zu schenken.

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    Bacchus schlägt Petrus: Tag des offenen Weingutes

    Tag des offenen WeingutesEs ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich der Sommer dem Herbst zuwendet, wenn dem Wein verbundene Ereignisse eine prominentere Rolle in der Freizeitgestaltung einnehmen. Den Anfang macht der Tag des offenen Weingutes an diesem letzten Augustwochenende. Das Ziel war schnell gefunden: Wo sonst hat man in Sachsen eine so hohe Dichte an Weingütern wie im schönen Radebeul?

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    Unterwegs bei den Karl May Festtagen Radebeul

    Karl May Festtage RadebeulMan stelle sich vor, man ist in Disneyland und die Achterbahn fährt nur einmal die Stunde. Etwas verdutzt war ich schon, als ich in Radebeul Ost aus der S-Bahn stieg und der zum Santa Fe Express umgetaufte Lößnitzdackel erst eine Stunde später zum Festgelände der Karl May Festtage fahren sollte. Gut, im wilden Westen um 1890 wartete man sicherlich auch lange auf den nächsten Zug, aber zu den Festtagen hätte die Taktung schon etwas großzügiger ausfallen dürfen. Und so macht man sich also etwas verblüfft mit dem Google Assistenten auf den Ohren zu Fuß auf den Weg. Vergnügen ist eben nicht immer ohne Entbehrungen zu haben.