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    Gerhard Richter. Neue Zeichnungen 2017 – 2020 im Albertinum

    Gerhard Richter. Neue Zeichnungen 2017 - 2020 im AlbertinumMit Gerhard Richter verbinde ich meinen ersten von vielen Besuchen im Albertinum. Es muss in etwa um die Zeit der Neueröffnung des Hauses gewesen sein, ausgestellt wurden zu jener Zeit der berühmten RAF-Zyklus des in Dresden geborenen und 1961 in den Westen geflohenen Künstlers. Heute hat er Dauerhaft zwei Räume in der Dauerausstellung des Albertinums. Aktuell ist noch ein dritter hinzugekommen: Zu sehen sind dort Neue Zeichnungen 2017 – 2020.

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    Selbstversunken: Nicht mein Ding von Jami Attenberg

     Nicht mein Ding von Jami AttenbergSingle-Frauen Ende 30 in New York sind in Film, Fernsehen und Literatur ziemlich allgegenwärtig. Jami Attenbergs Roman Nicht mein Ding trifft den Sweet Spot zwischen sarkastischem  Witz und Melancholie, den man oft in diesen Erzählungen findet, macht den Stoff aber dennoch zu ihrem ganz eigenen Ding. Kurzweilig, nachdenklich, am Puls der Zeit erzählt ihre Protagonistin Andrea davon, wie schwer es sein kann, sich selbst treu zu bleiben, ohne dabei völlig in sich selbst zu versinken.

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    Amazing Things Are Happening Here von Jacob M. Appel

    Amazing Things Are Happening HereAmazing Things Are Happening Here: Einen besseren Titel hätte Jacob M. Appel für seinen Erzählband nicht finden können. Und das liegt gewiss nicht nur an den teils wundersamen Ereignissen, die seine Texte schildern – sondern kann auch als treffende Beschreibung des Leseerlebnisses gelten. Appel ist ein fantastischer Band gelungen – möge sich doch ein hiesiger Verlag finden, der dieses Talent auch deutschen Lesern näherbringt.

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    Berührungspunkte: Der Sprung von Simone Lappert

    Der Sprung Simone LappertEine unbequeme Vorstellung: Während man gemütlich auf der Couch sitzt, springt woanders womöglich jemand von einem Dach. Die Gleichzeitigkeit allmöglicher Dinge, von Glück und Tragik, ist schwer miteinander in Einklang zu bringen. Simone Lappert macht mit ihrem überaus gelungenen Roman Der Sprung genau dies und findet Berührungspunkte in oberflächlich betrachtet voneinander losgelösten Leben.

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    “Move little hands… Move!” Die tschechischen Surrealisten Jan & Eva Švankmajer

    “Move little hands… Move!” Die tschechischen Surrealisten Jan & Eva ŠvankmajerWas ist denn hier los?! Überflutung der Sinne, es knarzt und tönt aus allen Ecken, dicht an dicht gedrängt sind Objekte aller Art, Videos, Gemälde, Grafiken, Puppen: Move little hands… Move! ist eine Retrospektive der tschechischen Surrealisten Jan & Eva Švankmajer. Über 300 Exponate hat man in die Kunsthalle im Lipsiusbau gestopft, ein heilloses Durcheinander auf dem ersten Blick. Auf dem zweiten auch. Hier regiert die Befreiung von jedweden Ordnungssystemen.

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    Meine drei wichtigsten Bücher 2019

    bret easton ellis fabian hischmannDer Start ins Bücherjahr 2019 war etwas verhalten. Nur wenig hat mich im ersten Halbjahr so wirklich von den Socken gehauen. Zurückblickend ein Trugschluss. Denke ich daran, welche drei Bücher ich aus diesem Jahr uneingeschränkt empfehlen würde, fallen mir doch einige ein. Besonders das Herbstprogramm hatte viele Perlen zu bieten.

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    Erste Liebe rostet nicht: Queen July von Philipp Stadelmaier

    Queen July von Philipp StadelmaierManche Menschen lassen einen einfach nicht los, auch nicht, nachdem sie schon lange losgelassen haben. So geht es zumindest Aziza, deren erste Liebe sie seit achtzehn Jahren wie ein Phantom heimsucht. An einem heißen Sommer in Paris erzählt sie der in einer Badewanne sitzenden und Weißwein schlürfenden July davon. Philipp Stadelmaiers Queen July ist ein luftig leichter, kurzer Roman über die Liebe und die Freundschaft.

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    Warten, dass der Blitz einschlägt: Hyperspace von Beck

    beck hyperspaceDas musikalische Chamäleon Beck verabschiedet sich zwei Jahre nach Colors wieder vom Hochglanz-Pop und widmet sich dem Zukunftssound der späten 70er: Analoge Synthesizer und Drumcomputer bestimmen den Klang von Hyperspace. Das Ganze klingt wie eine Mixtur aus dem Space Funk von The Information, der Prince-Hommage Midnight Vultures und dem nachdenklichen Folk von Morning Phase

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    Der ganz normale Wahnsinn: Die Weihnachtsgeschwister von Alexa Hennig von Lange

    Die WeihnachtsgeschwisterAlexa Hennig von Lange hat für ihren Roman Kampfsterne viel Aufmerksamkeit bekommen letztes Jahr. Ihr vielstimmiges 80er Jahre BRD-Gesellschaftsportrait ist ein rasant erzählter Text, der sich zum Ende hin zu überschlagen drohte. Ihr neuer, halb so langer Roman Die Weihnachtsgeschwister bietet weniger dramaturgischen Bombast und ist für mich ihr bester Text seit dem Debütroman Relax und der Novelle Woher ich komme. Er passt natürlich auch wunderbar in die Jahreszeit.

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    Irgendetwas, das hält: Entfernte Geliebte von Maike Wetzel

    Entfernte Geliebte von Maike WetzelMaike Wetzels dritter Erzählband Entfernte Geliebte versammelt Geschichten aus den letzten neunzehn Jahren. Einige davon waren in ihren ersten beiden Sammlungen Anfang des Jahrtausends erschienen, andere in anderen Formaten und weitere waren bisher unveröffentlicht. Ein stringenter thematischer Faden sollte also nicht zu erwarten sein, doch sind sie unverkennbar von einer Hand. Und das obwohl die achtzehn Texte in Länge, Sujet, Stil und Qualität viel Variation bieten. An manchen Stellen schwingt sie sich dabei zu Höhen auf, die nur wenige erklimmen können.