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    Palais.Sommer am Ostra-Dome: NOUK (Support: Tiflis Transit)

    Palais.Sommer am Ostra-Dome: NOUK (Support: Tiflis Transit)Seit gut einem Jahrzehnt ist der Palais.Sommer die Ausgehkonstante für laue Abende im Juli und August. Auf der Picknickdecke vor herrlicher Elbkulisse konnte man sich es mit einem kühlen Getränk bei Musik, Literatur und Film herrlich bequem machen. Im Frühjahr dieses Jahres dann helle Aufregung: Die Veranstaltungsfläche vor dem Japanischen Palais war neu ausgeschrieben worden und ein Anderer hatte sich das Grundstück mit erstaunlich ähnlichem Konzept gesichert. Nun gibt es den Palais.Sommer also ohne Palais, dafür an gleich drei neuen Standorten.

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    Anspannen, loslassen: Alandazu von Azu Tiwaline & Allen Wootton

    Alandazu Die Tunesierin Azu Tiwaline hat sich einen Namen mit experimentellen Produktionen irgendwo an der Schnittstelle zwischen Dub und Techno gemacht. Der Brite Allen Wootton ist eher für Garage und Dubstep bekannt. Dub ist die große Gemeinsamkeit zwischen beiden, die sie auf ihrer ersten gemeinsamen EP Alandazu auf unglaublich frische und atmosphärisch dichte Weise neu erkunden. Es sind zwanzig aufregende Minuten Musik, die sich trotz der bassschwangeren Basis keinem einzelnen Genre zuordnen lassen.

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    Nintendo Dance: Love Of Plastic von Shinichi Atobe

    Love of PlasticVon relativer Obskurität zu ungeahnter Produktivität: Als das Produzentenduo Demdike Stare 2014 Archivmaterial des japanischen Produzenten veröffentlichte, hatte der seit seiner ersten EP für die Dub Techno Legende Chain Reaction nichts veröffentlicht. Seitdem kommt jedes Jahr eine neue Veröffentlichung. Die neue LP Love of Plastic kommt in kristallblauem “Ocean Blue” daher – eine ironische Wahl ob des Titels – und klingt entsprechend: Beschwingt, unaufdringlich, tanzbar und im Gegensatz zum früheren Archivmaterial klar und frisch.

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    Rauschen im Club: Vessel von Sa-Pa

    Vessel von Sa-PaGeheimnisvoll, entrückt, knisternd, eigen: Die Musik des Produzenten Sa-Pa ist unverwechselbar und brodelt im Spannungsfeld zwischen sperrig und faszinierend. Man erinnert sich eher an eine Atmosphäre denn an einen Rhythmus oder eine Melodie, nachdem man einen Track von ihm gehört hat. Seine LPs gleichen Soundtracks für Blade Runner-esque Filme, die nie gedreht wurden. Die neue EP Vessel bleibt seinem verrauschten Dub-Techno-Sound treu, ist im Gegensatz zu den vorherigen Veröffentlichungen aber mächtiger im Sound und bei minimaler Beleuchtung fast schon tanzbar.

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    90ies Nostalgia: Giegling 2020

    Giegling 2020Dass für 2020 geplante Dinge dann erst 2021 das Licht der Welt erblicken, kennt man inzwischen. Neben großen Sportveranstaltungen traf dieses Schicksal den jährlichen Sampler des Weimarer Labels Giegling, und so kommt die Doppel-E.P. mit über einem halben Jahr Verspätung im Briefkasten an – es gab wohl Probleme beim Pressen des schwarzen Goldes. Dass vor tatsächlichem Erscheinen keiner der Songs gehört werden konnte, änderte freilich nichts daran, dass sie wie üblich schon längst ausverkauft ist. Die Erwartungen haben sich mit der langen Wartezeit natürlich nur vergrößert – und stellen dem Hörerlebnis dann irgendwie ein Bein.

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    Aus dem Vollen schöpfen: Pool von Skee Mask

    Pool von Skee MaskDer Münchener Bryan Müller alias Skee Mask gilt seit seinem 2018er Album Compro als Wunderkind der elektronischen Musik. Als Kritikerliebling kletterte die Doppel-LP die Jahresbestenlisten ziemlich weit nach oben. Das ohne Zeromoniell veröffentlichte Nachfolgealbum Pool kommt auf drei Platten nun ziemlich uferlos daher – in Fülle und Sound. Nicht ganz so stimmig wie Compro aber über weite Strecken begeisternd, schöpft Skee Mask aus dem Vollen und erinnert dabei durchaus an den Grand Maestro Aphex Twin und dessen Selected Ambient Works.

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    Lynchburg Lemonade und Erdbeer Daiquiri: High Times for Loners von BRTHR

    High Times for LonersDas Stuttgarter Duo BRTHR hat mir im zurückliegenden Jahr das einzige wirkliche Konzerterlebnis geschenkt, als die beiden im Rahmen des Palais Sommer spielten. Beinah psychedelisch klingende Americana Nummern schallten in den sommerlichen Himmel, ein eigener Sound, der sofort gefangen nahm. Mit High Times for Loners erschien Ende letzten Jahres das dritte Album, das einen abwechslungsreicheren, volleren Klang zeigt, als die ersten beiden, durch träumerische Langsamkeit gekennzeichneten LPs.

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    Durch verträumte Ohren gehört: What Does That Mean von Map.ache

    What Does That Mean von map.acheTja, was hat das alles zu bedeuten – What Does That Mean? So eine Pandemie bedeutet zumindest schon einmal viel Heimarbeit. Und das trifft Musiker natürlich ganz besonders – das Geld verdient man schließlich auf der Bühne. Dafür hat die Heimarbeit Früchte getragen und uns das Jahr des Virus in diesem Jahr bereits jede Menge (gute) Musik beschert. Den Leipziger Produzenten Map.ache kann man gern zu den gute-Musik-Lieferanten rechnen. Sein drittes Album – eine Doppel-LP bei Giegling – ist ein suchendes Hören abseits der Tanzfläche geworden und passt perfekt in die Zeit.

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    Lockdown Dance: The Phantasy – Ibiza 1 + 2 / DJ Metatron – Loops of Infinity (a Rave Loveletter)

    The Phantasy - Ibiza 1Die geballte Ladung Tanzmusik zu einer Zeit, in der man höchstens zu Hause ein bisschen schwofen darf: Traumprinz veröffentlicht ein neues Album (als DJ Metatron) und zwei EPs (als The Phantasy) simultan, acht Platten, fast drei Stunden Musik – und kein Rave in Sicht. Aber das ist gar nicht so unpassend: Vor allem Loops of Infinity (a Rave Love Letter) des DJ Metatron Pseudonyms ist eine nostalgische Reminiszenz an Trance aus den 90er Jahren, also an Partys, bei denen das Licht längst angegangen ist. Transportiert werden quintessentielle Rave-Botschaften von Transzendenz und Heilung, die uns durch den Lockdown trösten sollen.