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Wahnsinn mit Methode: Erdfall von Uroš Prah

Erdfall von Uroš Prah„Mit der Vergangenheit kann man sich nur selbst betrügen / alle Lieben führen in die gegenwärtige / deren Ansammlung sie ist.“ Uroš Prahs Lyrikband Erdfall ist wild, unverblümt queer und unheimlich klug. Manche Texte – luftig auf dem Papier gesetzt, gelegentlich ohne Überschrift – stürmen chaotisch, dreckig, vulgär, nur um plötzlich innezuhalten und Lesenden Momente entwaffnender Einsicht zu schenken.

Erdfall nimmt uns mit in den Cruisingwald, in die Einsamkeit, den Schaffensprozess – zurück zu bezaubernden Zeilen, in denen das lyrische Ich dem Lover beispielsweise erzählt, er sei nicht cool, oder:

„Wie soll ich dich denn haben / wenn nicht lieb.“

Uroš Prah ist unerschrocken. Scheinbar assoziativ reihen sich Worte aneinander, drängen sich, nur um plötzlich den Blick auf ganz viel Weißraum und einen einzelnen Satz freizugeben – ein Textrausch, der verwirren kann und dabei Haken setzt, die nur schwer wieder zu entfernen sind. Man weiß nicht immer, was und warum und wie passiert, aber da ist ein unbedingtes Gefühl, dass sich ein großes Ganzes mit narrativem Sog entspinnt.
Wahnsinn mit Methode – uneingeschränkt empfohlen!

Erdfall von Uroš Prah ist bei Luftschacht erschienen.

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