Die Schweizer haben einen besonderen Zugriff auf die deutsche Sprache. Vielleicht ist es der Kontrast zwischen gesprochenem Alltag und hochdeutschem Schreiben, der Schweizer Autoren eine Klarheit und Präzision schenkt. Die Auster von Yael Inokai ist das beste Beispiel. Der Roman ist eine Kriminalgeschichte, aber wie so häufig im Genre auch eine Milieustudie. Die Genrekonventionen des Krimis spielen hier aber keine große Rolle, der Mordfall bietet dem Text nur die Koordinaten, in denen sich eine feinsinnige Charakterstudie entfaltet.