Ein Täubchen fliegt durch toxische Luft: Am See von Bianca Bellová

Am See Bianca BellováBianca Bellová hat mit Am See einen kurzen, harten Entwicklungsroman geschrieben, der sich ein bisschen wie ein pechschwarzes Märchen liest. Im Mittelpunkt steht der Junge Nami, der in einem fiktiven Land in der ehemaligen Sowjetunion seine eigene Geschichte sucht, während er durch eine bedrückende Gegenwart wandelt. „Ein Täubchen fliegt durch toxische Luft: Am See von Bianca Bellová“ weiterlesen

Thomas Mann – Der Tod in Venedig

Thomas Mann - Der Tod in VenedigKürzlich reiste ich nach Venedig. Bei der Suche nach einer passenden Reiselektüre musste ich nicht lange nachdenken. Nein, nichts von Donna Leon. Denn es ist wohl kein Buch so mit der Lagunenstadt verbunden wie Thomas Manns Der Tod in Venedig. Die Novelle hat nicht nur das Grand Hotel de Bains weltberühmt gemacht. Die Erzählung sorgte auch für einige Spekulationen über den Nobelpreisträger selbst. „Thomas Mann – Der Tod in Venedig“ weiterlesen

Curtis Dawkins – Alle meine Freunde haben wen umgebracht

Curtis Dawkins - Alle meine Freunde haben wen umgebrachtCurtis Dawkins hatte einen Abschluss in Literarischem Schreiben und einige Erzählungen in Magazinen veröffentlicht, als er im Rausch einen Mann erschoss und dafür lebenslänglich ohne Aussicht auf Bewährung ins Gefängnis wanderte. Gut 14 Jahre nach der Tat erscheint sein erster Erzählband Alle meine Freunde haben wen umgebracht und bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben von Männern, die ihr Recht auf Freiheit verwirkt haben. „Curtis Dawkins – Alle meine Freunde haben wen umgebracht“ weiterlesen

Aus dem Nichts das Ich schälen: Andreas Maiers Die Universität

Andreas Meier Die UniversitätEin junger Mann zieht von der Kleinstadt nach Frankfurt am Main, um an der Universität Philosophie zu studieren. Was nach dem Ausgangspunkt eines typischen Bildungsromans klingt, entpuppt sich als Inversion dessen: In Andreas Maiers neuem Roman Die Universität bestimmen Lethargie und endloses Grübeln das Dasein seines Protagonisten – der mit seinem Urheber mehr als nur den Namen teilt. „Aus dem Nichts das Ich schälen: Andreas Maiers Die Universität“ weiterlesen

Lebwohl, betrunkener Geist: Jack von Anthony McCarten

Jack Anthony McCarten

Hommage oder Abgesang? Weder noch: Anthony McCartens neuer Roman Jack ist ein Verwirrspiel um Identität geworden, bei dem der Neuseeländer den literarischen Wegbereiter der Hippies in seinen wenig glorreichen letzten Tagen beleuchtet. Gekonnt verwischt er dabei wahre Begebenheiten mit Dichtung – wie einst Jack Kerouac. „Lebwohl, betrunkener Geist: Jack von Anthony McCarten“ weiterlesen

Ein Amerikaner in Bulgarien: Was zu dir gehört von Garth Greenwell

Was zu dir gehört Garth GreenwellDer für zahlreiche Literaturpreise nominierte Debütroman What Belongs to You des Amerikaners Garth Greenwell erscheint in diesen Tagen beim Hanser Verlag unter dem Titel Was zu dir gehört. Darin erzählt Greenwell von einem namenlosen Ich-Erzähler, der in Sofia seiner schwierigen Kindheit und sich selbst zu entkommen versucht. Am Ende steht die Erkenntnis, dass man durch einen Ortswechsel nicht einfach zu einem Anderen wird und die äußere Reise oft in einer inneren Reise zu sich selbst mündet. „Ein Amerikaner in Bulgarien: Was zu dir gehört von Garth Greenwell“ weiterlesen

Verstehen, was man nicht verstehen kann: God, Jr. von Dennis Cooper [Kritik]

Dennis Cooper God, Jr.Dennis Cooper gilt als Meister der transgressiven Literatur. Stilsicher wandelt er seit den 1980er Jahren auf den Spuren von Lichtgestalten wie de Sade oder Burroughs. Den großen Ruhm erlangte er nie. Dafür überschritten seine Texte wohl zu viele Grenzen. Sprachlich oft klar und knapp, inhaltlich komplex und mit Gewalt und Sex in die Magengrube der Leser boxend, versperrte sich sein Werk einer großen Leserschaft. Mit God, Jr. ist nun eines seiner zugänglichsten Werke erstmalig in deutscher Übersetzung beim Luftschacht Verlag erschienen. „Verstehen, was man nicht verstehen kann: God, Jr. von Dennis Cooper [Kritik]“ weiterlesen

3 Bücher, auf die ich mich 2018 freue

The Changeling von Joy WilliamsMeine Leseliste wird selten kürzer. Für jedes ausgelesene Buch landet ein neues im Briefkasten (oder auch zwei). Einige Anschaffungen aus dem letzten Jahr liegen noch un- bzw. angelesen auf dem Nachttisch und sicherlich warten auch noch ein paar Bücher aus den Jahren davor darauf, endlich aufgeschlagen zu werden (The Orphan Master’s Son von Adam Johnson fällt mir spontan ein). Manchmal hat man einfach mehr Neugier als verfügbare Zeit. Dennoch: Beim Blick in die Verlagsprogramme sind mir drei Ankündigungen ins Auge gestochen, für die ich mir Zeit reserviert habe. „3 Bücher, auf die ich mich 2018 freue“ weiterlesen