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    Wilde Wege – Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher

    Birgit Birnbachers Roman Sie wollen uns erzählen (2026, Zsolnay) macht Neurodivergenz nicht nur zum Thema, sondern zum erzählerischen Prinzip: Die Erzählung nimmt Umwege, verschiebt Spannung, springt. Das spiegelt die Innenwelt der Figuren – Oz mit ADHS, seine neurodivergente Mutter Ann – formal wider. Die Stärke des Romans liegt in dieser Konsequenz. Die Schwäche ebenfalls: Nebenhandlungen werden aufgebaut und nicht eingelöst, das Erzähltempo kann holprig wirken. Im Werkvergleich bleibt Wovon wir leben der stärkere Roman. Rezension: schmiertiger.

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    Oder lieber Instantnudeln? Richtig gutes Essen von Junko Takase

    Junko Takases Richtig gutes Essen ist weniger Plot als präzise Beobachtung: ein stilles Sittengemälde, in dem Essen zum sozialen Code wird – mal verbindend, mal ausgrenzend. Zwischen Konbini-Mahlzeiten, Büroalltag und einem unscheinbaren Beziehungsdreieck zeigt der Roman, wie sehr sich Nähe, Status und Lebensentwürfe in scheinbar banalen Routinen ausdrücken.

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    Die Straße führt nach innen: Grüne Welle von Esther Schüttpelz

    Eine Frau verfängt sich abends nach dem Kinobesuch in einer Umleitung, die sie an die Orte ihres Studiums vorbeiführt, aber letztlich nicht zur Autobahn, die sie raus aus der Stadt zu Mann und Haus bringen würde. Immer wieder sagt sie sich: Bei der nächsten roten Ampel dreh’ ich um. Aber sie hat, was die meisten Autofahrer eigentlich gerne immer hätten und der Romantitel schon verrät – Grüne Welle.

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    Klatsch und Tratsch aus Wien: Kastanienallee von Louise K.

    In Kastanienallee entwirft Louise K. ein bissiges Sittenbild der Wiener Oberschicht. Auf einer noblen Allee treffen Anwälte, Ärzte und ein Trafikant aufeinander – verbunden durch Geld, Abhängigkeiten und moralische Grauzonen. In kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven entfaltet sich eine Gesellschaftssatire, die Klatsch, Gier und soziale Kälte genüsslich seziert. Mit spitzem Ton und Wiener Schmäh zieht der Roman Leser:innen in einen voyeuristischen Sog. Hinter gepflegten Fassaden lauern Missgunst, Ausbeutung und existenzielle Dramen. Kastanienallee liest sich amüsiert und flüssig – und zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen Bürgerlichkeit und Abgrund ist.

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    Die 3 Platten des Jahres 2025

    Das musikalische Jahr war, zumindest in meinem Regal, ziemlich abwechslungsreich. Neben Rock, Techno und Dubstep wurde es mit allen Alben von Khruangbin aufgefüllt. Oft gehört wurde auch eine ältere Anschaffung, das unsterbliche Voodoo von D’Angelo, der im Herbst zu früh verstarb. Keine meiner neuen Platten kratzt an dem außerweltlichen Erlebnis, das mir Voodoo jedes Mal – und es waren viele hundert Male über die vergangenen zwanzig Jahre – gibt. Aber: Das ist ohnehin praktisch unmöglich und letztlich keine Aussage über den Genuss, den die folgenden drei Alben bieten. L.A. Witch – DOGGOD Die drei Hexen aus L.A. haben ihren dritten Longplayer veröffentlicht und führen ihren schnoddrigen Sound, der irgendwo zwischen…

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    Die 3 Bücher des Jahres 2025

    Die drei Bücher des Jahres 2025 sind The Body Farm von Abby Geni, Das Geschenk von Gaea Schoeters und Rejection von Tony Tulathimutte. Zwei Erzählbände und ein Roman, die durch literarische Qualität und thematische Relevanz überzeugen.