Birgit Birnbachers Roman Sie wollen uns erzählen (2026, Zsolnay) macht Neurodivergenz nicht nur zum Thema, sondern zum erzählerischen Prinzip: Die Erzählung nimmt Umwege, verschiebt Spannung, springt. Das spiegelt die Innenwelt der Figuren – Oz mit ADHS, seine neurodivergente Mutter Ann – formal wider. Die Stärke des Romans liegt in dieser Konsequenz. Die Schwäche ebenfalls: Nebenhandlungen werden aufgebaut und nicht eingelöst, das Erzähltempo kann holprig wirken. Im Werkvergleich bleibt Wovon wir leben der stärkere Roman. Rezension: schmiertiger.
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Gott der Ziegen: Eradication von Jonathan Miles
Ein trauernder Mann und eine einsame Insel voller Ziegen: Rezension zu Eradication von Jonathan Miles.
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Oder lieber Instantnudeln? Richtig gutes Essen von Junko Takase
Junko Takases Richtig gutes Essen ist weniger Plot als präzise Beobachtung: ein stilles Sittengemälde, in dem Essen zum sozialen Code wird – mal verbindend, mal ausgrenzend. Zwischen Konbini-Mahlzeiten, Büroalltag und einem unscheinbaren Beziehungsdreieck zeigt der Roman, wie sehr sich Nähe, Status und Lebensentwürfe in scheinbar banalen Routinen ausdrücken.
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Die Straße führt nach innen: Grüne Welle von Esther Schüttpelz
Eine Frau verfängt sich abends nach dem Kinobesuch in einer Umleitung, die sie an die Orte ihres Studiums vorbeiführt, aber letztlich nicht zur Autobahn, die sie raus aus der Stadt zu Mann und Haus bringen würde. Immer wieder sagt sie sich: Bei der nächsten roten Ampel dreh’ ich um. Aber sie hat, was die meisten Autofahrer eigentlich gerne immer hätten und der Romantitel schon verrät – Grüne Welle.
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Alles wird Nichts wird Alles: Schleifen von Elias Hirschl
Schleifen ist aufregende Literatur von Elias Hirschl, die Sprachwissenschaft und Mathematik, Geschichte und uferlose Imagination virtuos verwebt.
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Die großen Fragen des Lebens: Paula Modersohn-Becker & Edvard Munch
Zwei Künstler, zwei Formsprachen, ein Thema: die großen Fragen des Lebens. Die Ausstellung im Albertinum bringt Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch zusammen – und zeigt, wie unterschiedlich der Aufbruch in die Moderne aussehen kann.
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Klatsch und Tratsch aus Wien: Kastanienallee von Louise K.
In Kastanienallee entwirft Louise K. ein bissiges Sittenbild der Wiener Oberschicht. Auf einer noblen Allee treffen Anwälte, Ärzte und ein Trafikant aufeinander – verbunden durch Geld, Abhängigkeiten und moralische Grauzonen. In kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven entfaltet sich eine Gesellschaftssatire, die Klatsch, Gier und soziale Kälte genüsslich seziert. Mit spitzem Ton und Wiener Schmäh zieht der Roman Leser:innen in einen voyeuristischen Sog. Hinter gepflegten Fassaden lauern Missgunst, Ausbeutung und existenzielle Dramen. Kastanienallee liest sich amüsiert und flüssig – und zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen Bürgerlichkeit und Abgrund ist.
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Mykorrhiza
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Die 3 Platten des Jahres 2025
Das musikalische Jahr war, zumindest in meinem Regal, ziemlich abwechslungsreich. Neben Rock, Techno und Dubstep wurde es mit allen Alben von Khruangbin aufgefüllt. Oft gehört wurde auch eine ältere Anschaffung, das unsterbliche Voodoo von D’Angelo, der im Herbst zu früh verstarb. Keine meiner neuen Platten kratzt an dem außerweltlichen Erlebnis, das mir Voodoo jedes Mal – und es waren viele hundert Male über die vergangenen zwanzig Jahre – gibt. Aber: Das ist ohnehin praktisch unmöglich und letztlich keine Aussage über den Genuss, den die folgenden drei Alben bieten. L.A. Witch – DOGGOD Die drei Hexen aus L.A. haben ihren dritten Longplayer veröffentlicht und führen ihren schnoddrigen Sound, der irgendwo zwischen…
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Die 3 Bücher des Jahres 2025
Die drei Bücher des Jahres 2025 sind The Body Farm von Abby Geni, Das Geschenk von Gaea Schoeters und Rejection von Tony Tulathimutte. Zwei Erzählbände und ein Roman, die durch literarische Qualität und thematische Relevanz überzeugen.