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    Notfallkontakte von Esther Becker

    In Notfallkontakte zeigt Esther Becker erzählerische Bandbreite: vierzehn kurze Texte zwischen Urbanität, Melancholie und feministischer Haltung. Ihre Sprache hat Witz und Ernst, die Struktur manchmal Bruch. Besonders stark: die titelgebende Erzählung – zart, präzise, formbewusst. Beckers Band verbindet Privates und Politisches zu klarem, gegenwärtigem Erzählen. Eine gelungene, vielfältige Sammlung moderner Kurzprosa.

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    Aus der Zeit: Dius von Stefan Hertmans

    In Dius von Stefan Hertmans begegnen sich ein Kunstphilosoph und sein genialer Student in einer ungewöhnlichen Freundschaft. Der Roman spielt zwischen Universität und flämischer Landschaft und verhandelt Themen wie Kunst, Mentorschaft, Zeit und Selbstsuche. Hertmans erzählt leise, reflektiert und poetisch – ein Künstlerroman über das Spannungsfeld zwischen Denken und Schaffen, Theorie und Leben.

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    Nicht nur für Fans: Gratis Umarmungen von Philipp Röding

    In seinem Erzählband Gratis Umarmungen verbindet Philipp Röding lakonischen Humor mit scharfer Gesellschaftsbeobachtung. Zwischen urbaner Einsamkeit, körperlicher Routine und absurden Sehnsüchten erkundet er die fragile Balance von Nähe und Distanz. Elf Erzählungen – von filmisch verdichteten Miniaturen bis zu provokanten Alltagsmomenten – spiegeln die Unruhe einer Generation zwischen 30 und 40. Rödings Sprache bleibt kühl, pointiert und überraschend zärtlich. Gratis Umarmungen, erschienen bei Luftschacht, beweist: Gegenwartsliteratur kann zugleich unbequem, unterhaltsam und berührend sein.

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    Nicht nichts: Dr. No von Percival Everett

    In Dr. No zeigt Percival Everett erneut seine Meisterschaft im Spiel zwischen Philosophie, Satire und Popkultur. Der Mathematiker Wala Kitu ist Experte für das Nichts – und gerät in einen absurden Thriller, der Bond-Parodie, Wissenssatire und Gesellschaftskritik zugleich ist. Everetts Roman ist klug, witzig und überraschend ernst: ein literarisches Experiment über Rassismus, Macht und die Leere im Zentrum der modernen Welt.

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    Mangel an Liebesfähigkeit: Medulla von Verena Günther

    Verena Günthers Roman Medulla beleuchtet das Scheitern moderner Beziehungen und den Konflikt zwischen Mutterschaft, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Erwartungen. Die Rezension analysiert Aufbau, Figuren und Themen wie Liebesfähigkeit, Identität und Freiheit. Günthers erzählerischer Minimalismus und der wiederholte Beziehungszerfall ihrer drei Berliner Paare machen Medulla zu einem radikalen, aber auch ermüdenden Beitrag zur Gegenwartsliteratur. Eine kritische Buchbesprechung über Nähe, Entfremdung und weibliche Selbstbestimmung.

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    Anamnese: Botanik des Wahnsinns von Leon Engler

    Botanik des Wahnsinns von Leon Engler ist ein autobiografischer Roman über Familie, psychische Erkrankungen und die Frage nach Normalität. Engler verbindet persönliche Erfahrungen mit psychologischem Fachwissen und zeichnet ein eindringliches Bild von Generationstraumata, Depression und gesellschaftlichen Erwartungen. Der Roman ist keine leichte Lektüre, aber aufschlussreich, ehrlich und lesenswert.

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    Labyrinthiner Dschungel: Die Holländerinnen von Dorothee Elmiger

    In Die Holländerinnen entführt Dorothee Elmiger ihre Leser:innen in den tropischen Dschungel Panamas – und in ein Netz aus Geschichten, Machtstrukturen und Stimmen. Inspiriert von einem realen Vermisstenfall erzählt der Roman von einer namenlosen Autorin, einem exzentrischen Theatermacher und dem Ringen um Deutungshoheit. Elmigers mäandernde, dichte Sprache fordert heraus, eröffnet aber zugleich ein faszinierendes literarisches Labyrinth.