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    Die Straße führt nach innen: Grüne Welle von Esther Schüttpelz

    Eine Frau verfängt sich abends nach dem Kinobesuch in einer Umleitung, die sie an die Orte ihres Studiums vorbeiführt, aber letztlich nicht zur Autobahn, die sie raus aus der Stadt zu Mann und Haus bringen würde. Immer wieder sagt sie sich: Bei der nächsten roten Ampel dreh’ ich um. Aber sie hat, was die meisten Autofahrer eigentlich gerne immer hätten und der Romantitel schon verrät – Grüne Welle.

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    Klatsch und Tratsch aus Wien: Kastanienallee von Louise K.

    In Kastanienallee entwirft Louise K. ein bissiges Sittenbild der Wiener Oberschicht. Auf einer noblen Allee treffen Anwälte, Ärzte und ein Trafikant aufeinander – verbunden durch Geld, Abhängigkeiten und moralische Grauzonen. In kurzen Kapiteln und wechselnden Perspektiven entfaltet sich eine Gesellschaftssatire, die Klatsch, Gier und soziale Kälte genüsslich seziert. Mit spitzem Ton und Wiener Schmäh zieht der Roman Leser:innen in einen voyeuristischen Sog. Hinter gepflegten Fassaden lauern Missgunst, Ausbeutung und existenzielle Dramen. Kastanienallee liest sich amüsiert und flüssig – und zeigt, wie dünn die Trennlinie zwischen Bürgerlichkeit und Abgrund ist.

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    Die 3 Platten des Jahres 2025

    Das musikalische Jahr war, zumindest in meinem Regal, ziemlich abwechslungsreich. Neben Rock, Techno und Dubstep wurde es mit allen Alben von Khruangbin aufgefüllt. Oft gehört wurde auch eine ältere Anschaffung, das unsterbliche Voodoo von D’Angelo, der im Herbst zu früh verstarb. Keine meiner neuen Platten kratzt an dem außerweltlichen Erlebnis, das mir Voodoo jedes Mal – und es waren viele hundert Male über die vergangenen zwanzig Jahre – gibt. Aber: Das ist ohnehin praktisch unmöglich und letztlich keine Aussage über den Genuss, den die folgenden drei Alben bieten. L.A. Witch – DOGGOD Die drei Hexen aus L.A. haben ihren dritten Longplayer veröffentlicht und führen ihren schnoddrigen Sound, der irgendwo zwischen…

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    Die 3 Bücher des Jahres 2025

    Die drei Bücher des Jahres 2025 sind The Body Farm von Abby Geni, Das Geschenk von Gaea Schoeters und Rejection von Tony Tulathimutte. Zwei Erzählbände und ein Roman, die durch literarische Qualität und thematische Relevanz überzeugen.

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    Verliebt in Kopenhagen: Sauna von Mads Ananda Lodahl

    In der Rezension zu Mads Ananda Lodahls Debütroman Sauna gehe ich der Frage nach, wie authentisch und schonungslos der Autor die Themen Trans-Identität, queere Liebe, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Normen erzählt. Die Beziehung zwischen Johan und Williiam zeigt eindrücklich, wie komplex der Kampf zwischen Individualität, Geschlechtsangleichung, binären Rollenbildern und dem Wunsch nach Anerkennung sein kann. Sauna verhandelt queere Sexualität, die Spannung zwischen Anderssein und Community, Machtasymmetrien innerhalb einer jungen Beziehung und das politische Potenzial von Trans-Erfahrungen. Der Roman ist zeitgemäß, direkt und voller Konflikte – ein ehrliches Porträt queerer Realität in Kopenhagen.

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    Früher ist vorbei: Von hier aus weiter von Susann Pásztor

    In Von hier aus weiter erzählt Susann Pásztor von Trauer, Verlust und der schwierigen Frage, wie man im Alter noch einmal neu anfangen kann. Marlene, deren Partner sich für einen selbstbestimmten Tod entschieden hat, bleibt mit Wut und Leere zurück. Doch Freundschaft, unerwartete Begegnungen und ein stiller Roadtrip öffnen ihr einen Weg aus der Erstarrung. Der Roman zeigt behutsam, wie Nähe entsteht, wenn man sie nicht sucht, und wie ein Neuanfang selbst im dunkelsten Moment möglich werden kann – warm, leise und ganz ohne Kitsch.

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    Leben im Stream: Tiny House von Mario Wurmitzer

    In Tiny House zeigt Mario Wurmitzer, wie Social-Media-Logiken, neoliberale Selbstvermarktung und politische Abgründe ineinandergreifen. Emil, verhinderter Literat und Influencer wider Willen, stolpert durch eine Welt aus Marketingblasen, rechtsradikalen Netzwerken und absurden Startup-Modellen. Zwischen Tiny-House-Siedlung, viralen Streams und dem dubiosen Bezahldienst PayNice entfaltet sich eine maximal unterhaltsame, treffende Satire auf das heutige Österreich. Wurmitzer nimmt die Gegenwart mit spitzer Feder auseinander – klug, sarkastisch und erschreckend nah an realen Dynamiken.