Der Dresdner Sommer ist komplett: Palais Sommer Eröffnung

Palais Sommer EröffnungHochsommer ist ja eigentlich schon seit Mai. Nur waren Dresdens Kulturschaffende verständlicherweise nicht so ganz darauf eingestellt und so fragte man sich schon in manch lauer Sommernacht bei der Suche nach interessanten Freilufterlebnissen: Was tun und checkte, wann der der Palais Sommer dieses Jahr startet. Freitag war es soweit.

Nachdem mit der BRN das erste Stadtfest schon gefeiert wurde, die Junge Garde und die Filmnächte am Elbufer mitten im Programm sind, in der Scheune der Schaubudensommer Kleinkunst zeigt, ist der Sommer seit der gestrigen Eröffnung der neuen Saison des Palais Sommers im Garten des japanischen Palais endlich komplett. Es wurde höchste Zeit: Meine Wostra 10er Karte ist längst aufgebraucht. Das nachmittägliche Dösen am Strand kann nun nach Belieben in abendlichen Kulturgenuss unterm Himmelszelt fließen. So mag ich den Sommer!

Und damit bin ich nicht allein: Denn das eintrittsfreie Festival für Kunst, Kultur und Bildung im Park des Japanischen Palais hat sich immer mehr zu einem Publikumsliebling gemausert. Bei jedem Eröffnungsabend scheinen es sich mehr und mehr junge und alte Kulturbegeisterte auf Decken und Liegestühlen auf der dieses Jahr endsommerlich trockenen Wiese bequem zu machen. Um Platz zu schaffen, wurden Fahrräder schon letztes Jahr vom Festivalgelände verbannt. Eine gute Maßnahme, einen freien Platz zu finden ist dennoch nicht ganz so einfach, da die zwei großen Plantanen weiträumig abgesperrt wurden, um die imposanten Bäume bestmöglich vor dem stetig wachsenden Publikum zu schützen. Der Palais Sommer ist eben ein durch und durch umsichtiges Unterfangen, ein Festival für alle, die nach Entspannung, Entschleunigung und Teilhabe suchen. Sobald man den Eingang zum Gelände passiert, spürt man, dass hier Überzeugungstäter am Werk sind.

Der Palais Sommer ist ein wundervolles Projekt, das die Stadt, ihre Menschen und Kultur auf partizipatorische Weise in Beziehung zueinander setzt – ganz undogmatisch und wunderbar gelassen.

Geboten wird auch in dieser Saison einiges: Man hat den Eindruck, als würde das Programmheft von Jahr zu Jahr weiter anschwellen. Praktisch ein ganzer Tag kann hier verlebt werden: Am frühen Morgen kann man sich zum gemeinschaftlichen Joggen oder Yoga im Park treffen, über den Nachmittag wird der Park zum Freiluftatelier für Künstler und Autodidakten, den Feierabend beginnt man mit einer weiteren Yogastunde, am späteren Abend locken unter anderem Klavierabende, Gesprächsrunden, Film- und Hörspielnächte.

Palais Sommer EröffnungDer Auftakt gelang mit dem Tenor Anton Saris, der am Klavier von Irina Roden begleitet wurde. Die Auswahl der Lieder hätte nicht passender sein können: Im Licht des Sonnenuntergangs bis in die blaue Stunde wurden romantische Lieder in deutscher und englischer Sprache dargeboten. Im Anschluss an das einstündige Konzert zeigte der Palais Sommer, dass er seinem umfangreichen Programm auch im neunten Jahr neue zauberhafte Ideen hinzufügen kann. Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Fassade des Japanischen Palais zur Leinwand. In Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden werden jede Woche je zwei Werke aus der Sammlung der hiesigen Museen auf das Gebäude projiziert. Untermalt wird das visuelle Erlebnis von Ambient-Klängen des Musikers Jan Heinke, der für jede Motivauswahl eigens Musik komponierte. Das Palais.Verwandlung getaufte Farbspiel lädt Besucher ein, auch nach dem Hauptprogramm bis in die Nacht hinein im Park zu verweilen, sich auszutauschen und verzaubern zu lassen. Also: Blendende Aussichten für den verbleibenden Sommer in der Stadt!

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Der Palais Sommer geht bis zum 26. August. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zum Festival sind hier nachzulesen.

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