Curtis Dawkins – Alle meine Freunde haben wen umgebracht

Curtis Dawkins - Alle meine Freunde haben wen umgebrachtCurtis Dawkins hatte einen Abschluss in Literarischem Schreiben und einige Erzählungen in Magazinen veröffentlicht, als er im Rausch einen Mann erschoss und dafür lebenslänglich ohne Aussicht auf Bewährung ins Gefängnis wanderte. Gut 14 Jahre nach der Tat erscheint sein erster Erzählband Alle meine Freunde haben wen umgebracht und bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben von Männern, die ihr Recht auf Freiheit verwirkt haben. „Curtis Dawkins – Alle meine Freunde haben wen umgebracht“ weiterlesen

Mit 40 fängt das Leben an? Nächste Station von Helen Simpson

Nächste Station von Helen SimpsonWas passiert, wenn die wichtigen Meilensteine eines Lebens, Geburt, Bildung, Heirat, Kinder und die eventuelle Scheidung bereits abgehakt sind? Helen Simpson gibt ein paar Antworten in den neun Erzählungen von Nächste Station. Es sind süffisant erzählte Texte, in deren Zentrum zumeist bürgerliche Londoner mittleren Alters stehen. Das ist überwiegend unterhaltsam, wenngleich nicht jede Geschichte wirklich zündet. „Mit 40 fängt das Leben an? Nächste Station von Helen Simpson“ weiterlesen

Aus dem Nichts das Ich schälen: Andreas Maiers Die Universität

Andreas Meier Die UniversitätEin junger Mann zieht von der Kleinstadt nach Frankfurt am Main, um an der Universität Philosophie zu studieren. Was nach dem Ausgangspunkt eines typischen Bildungsromans klingt, entpuppt sich als Inversion dessen: In Andreas Maiers neuem Roman Die Universität bestimmen Lethargie und endloses Grübeln das Dasein seines Protagonisten – der mit seinem Urheber mehr als nur den Namen teilt. „Aus dem Nichts das Ich schälen: Andreas Maiers Die Universität“ weiterlesen

Lebwohl, betrunkener Geist: Jack von Anthony McCarten

Jack Anthony McCarten

Hommage oder Abgesang? Weder noch: Anthony McCartens neuer Roman Jack ist ein Verwirrspiel um Identität geworden, bei dem der Neuseeländer den literarischen Wegbereiter der Hippies in seinen wenig glorreichen letzten Tagen beleuchtet. Gekonnt verwischt er dabei wahre Begebenheiten mit Dichtung – wie einst Jack Kerouac. „Lebwohl, betrunkener Geist: Jack von Anthony McCarten“ weiterlesen

Ein Amerikaner in Bulgarien: Was zu dir gehört von Garth Greenwell

Was zu dir gehört Garth GreenwellDer für zahlreiche Literaturpreise nominierte Debütroman What Belongs to You des Amerikaners Garth Greenwell erscheint in diesen Tagen beim Hanser Verlag unter dem Titel Was zu dir gehört. Darin erzählt Greenwell von einem namenlosen Ich-Erzähler, der in Sofia seiner schwierigen Kindheit und sich selbst zu entkommen versucht. Am Ende steht die Erkenntnis, dass man durch einen Ortswechsel nicht einfach zu einem Anderen wird und die äußere Reise oft in einer inneren Reise zu sich selbst mündet. „Ein Amerikaner in Bulgarien: Was zu dir gehört von Garth Greenwell“ weiterlesen

Christoph de Babalon – If You’re into It, I’m out of It

Christoph de Babalon -If You're into It, I'm out of It1997 war ich zwölf Jahre alt, die große Zeit von Euro Dance näherte sich seinem Ende und ich entdeckte Hip Hop für mich. Von Drum’n’Bass, Jungle und Breakcore hatte ich keine Ahnung, wenngleich The Prodigy mit “Firestarter” die Charts stürmten. Im selben Jahr veröffentlichte der Hamburger Christoph de Babalon If You’re into It, I’m out of It – ein Album das Ambient und Jungle weitab des Mainstreams miteinander verwob. 20 Jahre später wird es neu gemastert wiederveröffentlicht. Und dieses Mal habe ich es zum Glück mitbekommen. „Christoph de Babalon – If You’re into It, I’m out of It“ weiterlesen

Ein Versuch, der Angst den Schrecken zu nehmen: Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt

Rattatam, mein Herz Franziska SeyboldtJeder sechste Deutsche hat irgendwann in seinem Leben mit einer Angststörung zu kämpfen. Sie ist damit nach Depression eine der am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen. So steht es zumindest in Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt, das jetzt bei Kiepenheuer & Witsch erscheint und in dem die Wahlberlinerin von ihrem Leben mit der Angst erzählt. „Ein Versuch, der Angst den Schrecken zu nehmen: Rattatatam, mein Herz von Franziska Seyboldt“ weiterlesen

Verstehen, was man nicht verstehen kann: God, Jr. von Dennis Cooper [Kritik]

Dennis Cooper God, Jr.Dennis Cooper gilt als Meister der transgressiven Literatur. Stilsicher wandelt er seit den 1980er Jahren auf den Spuren von Lichtgestalten wie de Sade oder Burroughs. Den großen Ruhm erlangte er nie. Dafür überschritten seine Texte wohl zu viele Grenzen. Sprachlich oft klar und knapp, inhaltlich komplex und mit Gewalt und Sex in die Magengrube der Leser boxend, versperrte sich sein Werk einer großen Leserschaft. Mit God, Jr. ist nun eines seiner zugänglichsten Werke erstmalig in deutscher Übersetzung beim Luftschacht Verlag erschienen. „Verstehen, was man nicht verstehen kann: God, Jr. von Dennis Cooper [Kritik]“ weiterlesen